Unser Frankreichaustausch 2012 (Klasse R8, R9)

Verfasst am Mai 20, 2012

Am 09.05.2012 fuhren wir, 22 Schüler der Klassen 7, 8 und 9 und unsere Französischlehrerinnen Frau Gutsche und Frau Meßmann, um 6 Uhr morgens los nach Pouilley-les-Vignes. Die Busfahrt dauerte 11 Stunden, aber da alle lustig und gut gelaunt waren, kam uns die Fahrt nicht so lang vor. Vor der französischen Schule wurden wir schon von den Gastfamilien erwartet. Nachdem das Problem mit einem vertauschten Koffer geklärt war (- ein Junge hatte versehentlich den Koffer eines Mädchens mitgenommen – ), fuhren wir mit den Franzosen nach Hause, um uns in das Abenteuer der ersten Nacht in der fremden Umgebung zu stürzen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns in der Schule wieder und hatten erst einmal viel zu erzählen. Für einige von uns begann der Schultag um 8.30 Uhr, für andere allerdings erst später am Vormittag. Sie durften ausschlafen. Das Schulsystem war ungewohnt für uns und erschien uns kompliziert. Die Klassen haben keinen eigenen Klassenraum, sondern gehen zu ihren Lehrern in die jeweiligen Fachräume; die Unterrichtsstunden sind 55 Minuten lang und man hat 5 Minuten Zeit, um den Raum zu wechseln; die Schüler essen mittags in der Kantine und danach geht der Unterricht für alle weiter bis maximal 17 Uhr. Wer am Nachmittag noch im Mathe- oder Lateinunterricht saß, hatte Mühe, nicht einzuschlafen. Nach einem solchen Tag haben die französischen Schüler sogar noch Hausaufgaben zu erledigen! An diesem Donnerstag fand für einige Klassen ein 1.Hilfe-Kurs statt, der erst um 18.30 Uhr endete. So mussten einige von uns 10 Stunden in der Schule verbringen – und das bei gefühlten 30° Außentemperatur. Das war nicht witzig!

In unseren Familien haben wir, wie es in Frankreich üblich ist, spät zu Abend gegessen und uns danach noch mit unseren Freunden und den französischen Schülern getroffen. Endlich Freizeit……

Der Freitag war unser Sporttag. Wir fuhren mit unserem Bus nach Montbozon am Fluss Ognon. Die 9. Klasse ging zuerst zum Kletterwald mit 5 verschiedenen Schwierigkeitsgraden, die Schüler der Klasse 8 machten eine spannende Kanutour. Gleich zu Beginn hatte eine Gruppe der Betreuerin und Trainerin nicht zugehört und drohte auf dem falschen Weg durch eine Stromschnelle zu kentern. Dieses Malheur nahm ein gutes Ende, aber Gelegenheit zum Kentern gab es auch danach noch genug. Aber damit fing der Spaß erst richtig an, denn der Tag war sehr heiß und eine Erfrischung im Wasser gar nicht schlecht. Nach einem Picknick auf dem Gelände des Freizeitparks wurden die Aktivitäten getauscht.

Frankreichaustausch 2012

Frankreichaustausch 2012

Im Anschluss an diesen Funsport-Tag mussten sich alle schnell auf die Austausch-Fete in der Kantine der Schule vorbereiten. Um 19 Uhr ging es los mit einem Programm, das die französischen Schüler vorbereitet hatten. Eine Band spielte, Mädchen sangen aktuelle Pop-Songs oder zeigten eine Hip-Hop Show, ein Junge führte eine kleine Akrobatikeinlage vor und zwei Mädchen spielten einen Sketch vom Loriot auf Deutsch – tolle Leistung.

Inzwischen war ein von den Eltern gespendetes, großes Büffet aufgebaut worden, auf das wir alle schon sehnsüchtig gewartet hatten.

Bis 23 Uhr wurde dann getanzt und alle hatten viel Spaß.

Das Wochenende begann gut, denn wir konnten endlich einmal lange schlafen. Das Programm für Samstag und Sonntag war von den Familien vorbereitet worden. Einige von uns besuchten eine Kirmes in Besançon, andere gingen shoppen oder fuhren mit der Familie oder Freunden zu Sehenswürdigkeiten in der Gegend. Am Samstagabend trafen sich viele Schüler auf einer Fete bei einem der französischen Schüler. Das war ein sehr lustiger Abend.

Am Montag besichtigten wir die Zitadelle der Stadt Besançon. Sie wurde von 1674 bis 1693 im Auftrag Ludwigs XIV von seinem berühmten Militärbaumeister Vauban gebaut und gehört heute zum Unesco Weltkulturerbe.

Nachdem wir viele Informationen zur Geschichte und Bedeutung der Befestigungsanlage erhalten hatten, durften wir uns in Gruppen auf dem weitläufigen Gelände, auf dem sich u.a. auch das Musée de la Résistance und ein großer Zoo befinden, bewegen. Wir schauten uns bei strahlendem Wetter Besançon mit der Doubs-Schleife von oben an und hatten viel Spaß im Tierpark.

Am Nachmittag hatten wir leider nur noch wenig Zeit für einen letzten Einkaufsbummel in der Stadt. Anschließend fuhren wir zu unseren Gasteltern, um unsere Koffer zu packen und noch ein wenig Abschied zu feiern.

Am nächsten Morgen, Dienstag, 15.05., mussten wir ‚Au revoir‘ sagen. Viele von uns waren traurig, einige Schüler sprachen über ein eventuelles Treffen während der Sommerferien in Lathen.

Die Rückfahrt dauerte wegen einiger Staus noch länger als die Hinfahrt, aber gegen 21.30 Uhr kamen wir zwar müde, aber auch reich an vielen tollen Erfahrungen wieder vor unserer Schule an.

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