Förderkonzept

Schüler mit Förderbedarf brauchen spezielle Hilfen und Unterstützung. Dabei wird ihnen individuell in kleinen Schritten der nicht verstandene Lernstoff vermittelt, damit sie den Anschluss innerhalb der Klasse nicht verpassen und Lernfrust hoffentlich vermieden wird.
Durch Binnendifferenzierung im Unterricht oder durch Einzel- bzw. Kleingruppenförderung vermitteln wir den Kindern Erfolgserlebnisse und stärken ihr Selbstbewusstsein.
Die Förderung von Kindern mit Entwicklungs- und Lerndefiziten erfolgt an unserer Schule nach einem Konzept, das beginnend vom Kindergarten bis zur Klasse 10 durchgeführt wird. Für alle Kinder mit Förderbedarf werden Förderpläne geführt. Dabei handelt es sich um strukturierte Informationssammlungen über die Lernentwicklungsprozesse eines Schülers, die in unseren Lernentwicklungsbögen festgehalten werden.
Seit 2013/14 finden an unserer Schule pädagogische Konferenzen statt. Die Lehrer konferieren über die individuelle Lernentwicklung und schlagen entsprechenden Förderbedarf/-maßnahme vor. Der weitere Entwicklungsverlauf wird fortlaufend beobachtet und dokumentiert.

Die Organisation des Unterrichts ermöglicht dabei unterschiedliche Modelle, die miteinander verzahnt sind. Das Förderkonzept in dieser Form ist abhängig von der allgemeinen Unterrichtsversorgung.
Dieser Aufbau der Förderung wird im Folgenden dargestellt.

Die Sprachförderung der schulpflichtigen Kinder

Mit der Schulanmeldung der schulpflichtigen Kinder im 1. Halbjahr des laufenden Schuljahres wird eine Überprüfung der Entwicklung des Sprachstandes der Kinder durchgeführt.
Kinder, bei denen eine Sprachentwicklungsstörung oder –verzögerung festgestellt wird, werden genauer überprüft. Nach eingehenden Beratungen mit Eltern und Erziehern /Innen werden die Kinder, die einer Förderung bedürfen, in Fördergruppen eingeteilt.

Im 2. Schulhalbjahr erteilen Kollegen /Innen der Grund- und Oberschule Sprachförderunterricht in den Kindergärten unseres Einzugsbereiches (Kindergarten St. Vitus Lathen/ Kindergarten Purzelbaum Lathen – Wahn).
Hierzu werden Kleingruppen von 3 – 6 Kindern gebildet. Es erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Erziehern / Innen.

Ergänzung:

Die Termine im Ablauf der Sprachstandsfeststellung sind ab dem Schuljahr 2005/2006 wie folgt dem neuen Erlass angepasst:

  • Mai: Anmeldung der schulpflichtigen Kinder mit Überprüfung des Sprachstandes
  • Ende Mai: Meldung der Kinder für die Sprachförderung
  • ab August: Durchführung der Sprachförderung im Kindergarten für das gesamte Schuljahr

Fördern und Fordern von Kindern, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen

Die Kinder, die keiner Konfession angehören und nicht freiwillig am Religionsunterricht teilnehmen oder sich von diesem abgemeldet haben, erhalten parallel zum Religionsunterricht Förder- bzw. Forderunterricht.
Dieser umfasst sowohl die Sprachförderung als auch die Förderung der Lesekompetenz, der Rechtschreibung und der mathematischen Fähigkeiten. Die Inhalte dieser Stunden werden mit den Klassen- und Fachlehrern abgestimmt.
Die Organisation dieser Förderstunden wird durch den klassen- bzw. jahrgangsübergreifenden Religionsunterricht ermöglicht.
Von der 2. Klasse bis zur 10. Klasse wird der Religionsunterricht 2 – stündig in Bändern erteilt.

Die Förderung von Kindern mit Lerndefiziten

Ergänzend zum verpflichtenden Unterricht Förderstunden angeboten. Diese werden zusätzlich, aber auch differenzierend während der Unterrichtszeit eingesetzt. Hier erfolgt eine Förderung in allen Bereichen:

der Sprache:

  • Sprechen und Verstehen
  • Lesen lernen
  • Entwicklung der Lesekompetenz

der Mathematik:

  • Grundrechenarten
  • Aufbau der Zahlenräume
  • logische Schulung

Die Inhalte der Förderstunden werden mit den Klassen- und Fachlehrern abgestimmt. Diese teilen die Kinder den entsprechenden Gruppen zu.

Mögliche Arbeitsformen hierbei sind :

Einzelförderung:

Eine besondere Einzelförderung können alle Kinder der Klassen 1 bis 10 erhalten. Durch diese Fördermaßnahme soll den Kindern geholfen werden, die kurzfristig intensive Hilfe benötigen. Gründe für den Bedarf könnten z.B. sein:

  1. nach einer längeren Krankheit müssen partielle Lücken geschlossen werden;
  2. Kinder kommen neu an unsere Schule und müssen die deutsche Sprache noch erlernen (siehe hierzu auch unterrichtsergänzende Angebote),
  3. Kinder kommen neu an unsere Schule und haben in einzelnen Fächern erheblichen Nachholbedarf;

Gruppenförderung:

Die Förderung in Gruppen findet in der Regel parallel zum Religionsunterricht statt. Es kann jedoch auch sinnvoll und notwendig sein, zusätzliche Förderstunden über den Jahrgang hinweg oder auf eine Klasse beschränkt in Kleingruppen anzubieten.

Team-Teaching:

Die Möglichkeit mit einer zweiten Lehrkraft gemeinsam durch innere Differenzierung zu fördern und zu fordern wird von uns als eine ideale Arbeitsform angesehen. Hier ist es möglich, die Arbeitsatmosphäre in den Klassen zu entspannen und ohne Auflösung des Klassenverbandes mehrere Kinder gleichzeitig individuell zu unterstützen.

Zusammenarbeit mit Lehrkräften der Förderschule/Sonderpädagogische Grundversorgung

Im Rahmen der sonderpädagogischen Grundversorgung betreuen Lehrkräfte der Erich Kästner-Schule die inklusiven Jahrgänge unserer Schule mit jeweils 2 Wochenstunden pro Schulklasse.
Neben der individuellen Förderung stehen die Diagnostik, Beobachtungen im Klassenverband, Beratungen und Hilfestellungen für die Klassenlehrer, Elterngespräche und Beratungen der Eltern im Mittelpunkt der Arbeit. Diese Zusammenarbeit hat sich schon nach kurzer Zeit als sehr hilfreich und äußerst effektiv erwiesen.

Material:

Für die Grundschule soll ein grundlegendes Werk für den Förderunterricht im Bereich Deutsch angeschafft werden. Dadurch erhoffen wir uns eine Systematisierung und die kontinuierliche Weiterarbeit über alle 4 Schuljahre zu ermöglichen. Dieses grundlegende Werk soll durch vorhandene Fördermaterialien ergänzt werden.
Darüber hinaus betreuen die Lehrkräfte der Förderschule auch Schüler mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf mit entsprechender Wochenstundenzahl gemäß des entsprochenen Förderbedarfs.

Förderung von Kindern ohne Deutschkenntnisse:

Wir werden immer vor die Aufgabe gestellt, Schüler ohne Deutschkenntnisse, im Unterricht auffangen zu müssen. Diese Schüler erhalten eine zusätzliche Sprachförderung durch eine Lehrkraft unserer Schule. Die Anzahl der Wochenstundenzahl richtet sich nach der aktuellen Unterrichtsversorgung.
Darüber hinaus sind wir seit Beginn des Schuljahres 2013/14 in der glücklichen Lage in diesem Bereich der Sprachförderung Unterstützung durch die ehrenamtlichen Helferinnen unserer Hausaufgabenbetreuung im Heimathaus zu erhalten. Eine ehemalige Kollegin bietet von montags bis donnerstags Sprachförderung an.

Förder- Forderunterricht in der Oberschule

Mit Einführung der Oberschule sind für die Jahrgänge 5 und 6 Förder-bzw. Forderunterricht mit zwei Wochenstunden im Stundenplan verankert. Die entsprechende Förder-bzw. Fordermaßnahme wird vom Klassenlehrer in enger Absprache mit den jeweiligen Fachlehrern festgelegt und abgesprochen.

Prüfungsvorbereitungskurse in der Haupt- und Realschule

Im Rahmen der Ganztagsschule finden Prüfungsvorbereitungskurse in Englisch und Mathematik für die Jahrgänge 9 und 10 auf freiwilliger Basis statt.